Glossar · Online-Marketing & SEO
Was ist Retargeting?
Kurz erklärt
Retargeting (auch Remarketing) bedeutet, dass Sie Menschen, die bereits Ihre Website besucht haben, später gezielt erneut Werbung zeigen. So erinnern Sie Interessenten an Ihr Angebot, brauchen dafür aber meist deren Einwilligung.
Retargeting (auch Remarketing genannt) ist eine Werbeform, bei der Menschen erneut angesprochen werden, die bereits Kontakt mit Ihrem Unternehmen hatten. Typisch ist die Anzeige für einen Shop, die nach dem Besuch dort auf anderen Websites erscheint. Für Unternehmen ist das interessant, weil die meisten Besucher beim ersten Kontakt noch nicht kaufen oder anfragen.
Wie funktioniert Retargeting?
Beim Besuch Ihrer Website wird der Besucher über einen Messcode einer Liste zugeordnet, meist mithilfe von Cookies oder Geräte-Kennungen. Werbeplattformen können dieser Liste dann später gezielt Anzeigen ausspielen.
Google nennt diese Funktion inzwischen „Segmente mit selbst erhobenen Daten“. Damit lassen sich Nutzer wieder ansprechen, die bereits mit Ihrem Unternehmen interagiert haben, wenn sie Google- oder Partner-Websites besuchen.
Mögliche Zielgruppen sind laut Google unter anderem:
- Besucher Ihrer Website oder bestimmter Seiten
- Nutzer Ihrer App oder Ihrer YouTube-Videos
- Kunden, deren Kontaktdaten Sie hochladen (Kundenabgleich)
- Personen, die ein Lead-Formular ausgefüllt haben
Beispiele für Retargeting im Mittelstand
| Situation | Mögliche Anzeige |
|---|---|
| Besucher legt im Shop etwas in den Warenkorb, kauft aber nicht | Erinnerung an das Produkt |
| Interessent liest die Seite zur Heizungswartung | Hinweis auf freie Wartungstermine |
| Kunde hat vor einem Jahr gekauft | Angebot für Zubehör oder Verlängerung |
| Besucher bricht ein Anfrageformular ab | Anzeige mit Rückrufangebot |
Retargeting wirkt vor allem in den späteren Phasen des Marketing-Funnels, wenn Interessenten Angebote bereits vergleichen.
So starten Sie mit Remarketing-Listen
Der Start ist technisch überschaubar, braucht aber eine saubere Reihenfolge. Wichtig ist, dass die rechtlichen Voraussetzungen vor der ersten Anzeige geklärt sind.
- Einwilligung klären: Das Banner fragt Werbezwecke ab und gibt die Entscheidung an die Messcodes weiter, bei Google etwa über den Consent Mode.
- Zielgruppen festlegen: Welche Besucher sollen erneut angesprochen werden, etwa Abbrecher im Warenkorb oder Leser einer bestimmten Leistungsseite?
- Zeitraum wählen: Wie lange bleibt jemand in der Liste? Bei kurzen Kaufentscheidungen genügt ein kürzerer Zeitraum als bei Investitionsgütern.
- Passende Anzeigen erstellen: Die Botschaft greift auf, was der Besucher angesehen hat, ohne aufdringlich zu wirken.
- Ausschlüsse setzen: Wer bereits gekauft oder angefragt hat, bekommt keine Werbung für dasselbe Angebot.
- Erfolg messen: Anfragen und Käufe aus diesen Kampagnen erfassen und mit den Kosten vergleichen.
Im Consent Mode von Google gibt es dafür eigene Signale, etwa für personalisierte Werbung. Stimmt ein Besucher nicht zu, sollte er auch nicht für personalisierte Werbung genutzt werden.
Beginnen Sie mit wenigen, klar abgegrenzten Listen. Zwei bis drei gut gewählte Zielgruppen lassen sich leichter auswerten als ein Dutzend kleiner Segmente. Erst wenn diese funktionieren, lohnt sich eine feinere Aufteilung.
Retargeting ist kein Ersatz für eine überzeugende Website. Wenn die Seite beim ersten Besuch nicht überzeugt, wird sie das beim zweiten Besuch meist auch nicht tun.
Was bedeutet Retargeting für Ihr Unternehmen?
Retargeting kann Werbebudget effizienter machen, weil Sie Menschen ansprechen, die Ihr Angebot schon kennen. Es ergänzt Kampagnen bei Google Ads oder in sozialen Netzwerken, ersetzt aber keine gute Website.
Rechtlich ist Retargeting anspruchsvoll. Wer dafür Informationen auf dem Gerät des Besuchers speichert oder ausliest, braucht nach § 25 TDDDG in der Regel eine Einwilligung. Die Datenschutzkonferenz betont, dass wirtschaftliche Gründe allein keine Ausnahme rechtfertigen.
Prüfen Sie daher vor dem Start:
- Holt Ihr Cookie-Consent eine wirksame Einwilligung für Werbezwecke ein?
- Sind Retargeting-Dienste in der Datenschutzerklärung beschrieben?
- Ist die Werbefrequenz begrenzt, damit Anzeigen nicht aufdringlich wirken?
- Werden Kunden nach einem Kauf aus der Liste genommen?
Ein häufiger Fehler ist, Anzeigen ohne Frequenzbegrenzung zu schalten, was Interessenten eher verärgert. Die Kosten richten sich nach Ihrem Werbebudget und dem Aufwand für Einrichtung und Pflege. Newmountains.IT unterstützt bei der datenschutzbewussten Einrichtung im Rahmen der Webentwicklung.
Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Ist Retargeting dasselbe wie Remarketing?
Im Alltag werden beide Begriffe gleich verwendet. Google sprach lange von Remarketing, andere Plattformen eher von Retargeting.
Brauche ich für Retargeting eine Einwilligung?
In der Regel ja, weil dafür Informationen auf dem Endgerät gespeichert oder ausgelesen werden. Ohne Zustimmung dürfen die entsprechenden Messcodes meist nicht geladen werden.
Lohnt sich Retargeting für kleine Unternehmen?
Das hängt von der Besucherzahl ab, denn zu kleine Listen liefern kaum Reichweite. Bei geringem Traffic bringen oft SEO und gutes E-Mail-Marketing mehr.
Stand: · Verantwortlich: Raphael Neuberger, Gründer Newmountains.IT
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