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Glossar · KI & Automatisierung

Was ist der EU AI Act?

Kurz erklärt

Der EU AI Act ist die europäische KI-Verordnung. Sie teilt KI-Anwendungen nach ihrem Risiko ein und legt fest, welche verboten sind und welche Pflichten für Anbieter und nutzende Unternehmen gelten – mit einem gestaffelten Zeitplan bis 2028.

Auch bekannt als:KI-VerordnungAI ActKI-VOVerordnung (EU) 2024/1689

EU AI Act ist der englische Name der europäischen KI-Verordnung (Verordnung (EU) 2024/1689), die den Einsatz künstlicher Intelligenz in der EU einheitlich regelt. Sie betrifft nicht nur Softwarehersteller, sondern auch Unternehmen, die KI-Werkzeuge im Alltag nutzen, etwa einen Chatbot auf der Website oder einen KI-Assistenten im Büro. Dieser Beitrag gibt den Stand September 2026 wieder, also nach den Änderungen durch den sogenannten KI-Omnibus.

Wie funktioniert der EU AI Act?

Die Verordnung folgt einem risikobasierten Ansatz: Je größer die Gefahr für Gesundheit, Sicherheit oder Grundrechte, desto strenger die Regeln. Die EU-Kommission unterscheidet vier Stufen:

  • Unannehmbares Risiko: Bestimmte Praktiken sind verboten, etwa manipulative Systeme oder bestimmte Formen der biometrischen Überwachung.
  • Hohes Risiko: KI in sensiblen Bereichen wie Personalauswahl, Kreditvergabe oder in Produkten wie Medizingeräten. Hier gelten strenge Pflichten zu Dokumentation, Qualität und menschlicher Aufsicht.
  • Transparenzrisiko: Menschen müssen erkennen können, dass sie mit einer Maschine sprechen oder KI-Inhalte sehen.
  • Minimales oder kein Risiko: Dafür gibt es keine besonderen Regeln. Laut EU-Kommission fällt die Mehrheit der heute eingesetzten KI-Systeme in diese Gruppe.

Die Verordnung unterscheidet außerdem Rollen. Anbieter entwickeln ein KI-System oder bringen es auf den Markt. Betreiber setzen es in eigener Verantwortung ein, und genau in dieser Rolle sind die meisten kleinen und mittleren Unternehmen.

Zeitplan: Was gilt wann?

Die Pflichten treten schrittweise in Kraft. Mit dem KI-Omnibus, der Verordnung (EU) 2026/1744, hat die EU im Juli 2026 mehrere Fristen verschoben und Regeln vereinfacht. Die folgende Übersicht zeigt den Stand September 2026:

Zeitpunkt Was gilt
1. August 2024 Inkrafttreten der Verordnung
2. Februar 2025 Verbotene Praktiken und Vorgaben zur KI-Kompetenz gelten
August 2025 Regeln für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck, etwa große Sprachmodelle
2. August 2026 Allgemeine Anwendung, darunter die Transparenzpflichten
Dezember 2026 Neues Verbot für KI-erzeugte Missbrauchsdarstellungen und nicht einvernehmliche intime Deepfakes
2. Dezember 2027 Pflichten für Hochrisiko-KI in sensiblen Bereichen
2. August 2028 Pflichten für Hochrisiko-KI, die in Produkte eingebaut ist

Der KI-Omnibus hat auch die Vorgaben zur KI-Kompetenz angepasst und Erleichterungen für kleine und mittlere Unternehmen auf kleine Mid-Caps ausgeweitet, etwa bei der technischen Dokumentation. Weil sich Details zum EU AI Act noch durch Leitlinien der Kommission ändern können, lohnt ein regelmäßiger Blick auf die offiziellen Seiten.

Was bedeutet der EU AI Act für Ihr Unternehmen?

Für die meisten Betriebe ist der Aufwand durch den EU AI Act überschaubar, solange sie KI für Texte, Zusammenfassungen oder Recherche nutzen. Wichtig sind vor allem Transparenz und ein bewusster Umgang. Seit August 2026 gilt zum Beispiel: Wer einen Chatbot oder eine KI-Telefonie im Kundenkontakt einsetzt, muss deutlich machen, dass eine Maschine antwortet.

Diese Schritte helfen beim Einstieg:

  • KI-Inventar anlegen: Welche Werkzeuge nutzen Mitarbeitende, von Microsoft 365 Copilot bis zum Bildgenerator?
  • Risikostufe prüfen: Setzen Sie KI etwa bei Bewerbungen ein, kann das in den Hochrisiko-Bereich fallen.
  • Mitarbeitende schulen: Grenzen von Sprachmodellen, Umgang mit Fehlern und vertraulichen Daten.
  • Kennzeichnen: Deepfakes und KI-Texte, die die Öffentlichkeit informieren sollen, müssen als KI-Inhalt erkennbar sein.
  • Datenschutz mitdenken: Die KI-Verordnung ersetzt die DSGVO nicht, beide gelten nebeneinander.

Kosten entstehen vor allem durch Zeit für Bestandsaufnahme, Schulung und Dokumentation. Typische Fehler sind, private KI-Konten ohne Regeln zuzulassen, Kunden nicht über KI-Kontakte zu informieren und Ergebnisse ungeprüft zu übernehmen.

Wie Sie KI sinnvoll und regelkonform einführen, zeigt unsere Leistung KI für KMU. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen zu EU AI Act

Betrifft mich der EU AI Act, wenn ich nur ChatGPT nutze?

Ja, als Betreiber fallen Sie grundsätzlich darunter, die Pflichten sind bei solchen Anwendungen aber gering. Wichtig sind vor allem geschulte Mitarbeitende und Transparenz, wenn KI direkt mit Kunden kommuniziert.

Wurde der EU AI Act verschoben?

Teilweise. Der KI-Omnibus hat die Pflichten für Hochrisiko-KI auf Dezember 2027 und August 2028 verschoben, die übrigen Regeln gelten seit 2025 und 2026.

Welche Strafen drohen bei Verstößen?

Die Verordnung sieht gestaffelte Geldbußen vor, deren Höhe von der Art des Verstoßes abhängt. Für kleine und mittlere Unternehmen gelten dabei abgemilderte Regeln.

Stand: · Verantwortlich: Raphael Neuberger, Gründer Newmountains.IT

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