Glossar · Online-Marketing & SEO
Was ist der ROI?
Kurz erklärt
Der ROI (Return on Investment) zeigt, wie viel Gewinn eine Investition im Verhältnis zu ihren Kosten bringt. Er wird in Prozent angegeben und hilft, Werbung, Software oder andere Projekte miteinander zu vergleichen.
ROI steht für Return on Investment, auf Deutsch Kapitalrendite. Er zeigt, wie viel eine Investition im Verhältnis zu ihren Kosten einbringt. Ob Werbekampagne, neue Software oder Website: Mit dieser Kennzahl können Sie Vorhaben vergleichen und besser entscheiden.
Wie wird der ROI berechnet?
Google beschreibt den ROI in der Google-Ads-Hilfe als die mit Anzeigen erzielten Einnahmen im Verhältnis zu den Ausgaben dafür. Die Formel lautet:
ROI = (Umsatz – Kosten) ÷ Kosten
Das Ergebnis wird meist in Prozent angegeben. Ein Wert über null bedeutet Gewinn, ein Wert unter null Verlust.
Google nennt dazu ein Beispiel. Ein Produkt kostet in der Herstellung 100 € und wird für 200 € verkauft. Nach sechs Verkäufen über Google Ads stehen 1.200 € Umsatz den Kosten von 800 € gegenüber, darin sind 200 € Werbekosten enthalten.
Die Rechnung: (1.200 € – 800 €) ÷ 800 € ergibt einen ROI von 50 %. Jeder eingesetzte Euro hat also 1,50 € zurückgebracht.
Rechenbeispiel und Abgrenzung zum ROAS
Ein erfundenes Beispiel zur Veranschaulichung: Ein Handwerksbetrieb investiert 2.000 € in eine neue Landingpage und Anzeigen. Daraus entstehen Aufträge mit 3.000 € Deckungsbeitrag. Der ROI liegt dann bei (3.000 € – 2.000 €) ÷ 2.000 € = 50 %.
Im Online-Marketing begegnet Ihnen oft auch der ROAS (Return on Advertising Spend). Er setzt den Umsatz nur ins Verhältnis zu den Werbekosten:
| Kennzahl | Formel | Aussage |
|---|---|---|
| ROI | (Umsatz – Kosten) ÷ Kosten | Lohnt sich die Investition unterm Strich? |
| ROAS | Umsatz ÷ Werbekosten × 100 % | Wie viel Umsatz bringt jeder Werbe-Euro? |
Google rechnet beim Ziel-ROAS so: 5 € Umsatz für 1 € Werbeausgaben ergeben 500 %. Ein hoher ROAS bedeutet aber noch keinen Gewinn, wenn Produkt- oder Personalkosten hoch sind.
Den Return on Investment in der Praxis ermitteln
Die Formel ist einfach, schwierig sind die Zahlen dahinter. Vor allem der Nutzen lässt sich nicht immer direkt in Euro ablesen. Eine strukturierte Vorgehensweise hilft:
- Zeitraum festlegen: Über welche Dauer soll die Investition bewertet werden, etwa ein Jahr oder die Nutzungsdauer einer Software?
- Alle Kosten sammeln: Anschaffung, Einrichtung, Lizenzen, Werbebudget, Schulung und interne Arbeitszeit.
- Nutzen beziffern: Zusätzlicher Deckungsbeitrag, eingesparte Arbeitsstunden oder vermiedene Kosten.
- Annahmen dokumentieren: Schreiben Sie auf, wie Sie zu den Werten gekommen sind.
- Nachrechnen: Vergleichen Sie nach Ablauf des Zeitraums die Planung mit den tatsächlichen Zahlen.
Nicht jeder Nutzen passt in eine Rechnung. Eine bessere IT-Sicherheit oder zufriedenere Mitarbeitende wirken oft indirekt, sollten aber bei der Entscheidung trotzdem berücksichtigt werden.
Im Marketing kommt hinzu, dass Kunden oft über mehrere Kanäle kommen. Ein Interessent liest vielleicht erst einen Ratgeber und klickt Wochen später auf eine Anzeige, deshalb ist eine saubere Zuordnung wichtig.
Rechnen Sie im Zweifel mit vorsichtigen Annahmen. Ein ROI, der nur unter sehr optimistischen Erwartungen positiv ist, sollte Anlass für eine genauere Prüfung sein.
Vergleichen Sie außerdem mehrere Varianten, etwa eine kleine und eine große Lösung. Oft zeigt sich dabei, dass ein schrittweiser Einstieg das Risiko deutlich senkt.
Was bedeutet der ROI für Ihr Unternehmen?
Mit dem ROI vergleichen Sie Vorhaben auf einer gemeinsamen Grundlage. Sie sehen, ob eine Kampagne bei Google Ads mehr bringt als eine Investition in SEO oder in Prozesse. So wird der ROI zu einem der wichtigsten KPI für Investitionsentscheidungen.
Damit die Zahl stimmt, brauchen Sie verlässliche Daten zu Umsatz und Kosten. Online-Umsätze liefert Conversion-Tracking, den Rest oft Buchhaltung oder ERP.
Typische Fehler bei der Berechnung:
- Nur Werbekosten einrechnen und interne Arbeitszeit vergessen.
- Umsatz statt Gewinn oder Deckungsbeitrag ansetzen.
- Zu kurze Zeiträume betrachten, obwohl Kunden erst nach Monaten kaufen.
- Einmalige und laufende Kosten vermischen.
Newmountains.IT hilft in der IT-Beratung, den erwarteten Nutzen von IT- und Marketingprojekten nachvollziehbar zu bewerten.
Häufige Fragen
Was ist ein guter ROI?
Das hängt von Branche, Risiko und Alternativen ab. Ein positiver Wert zeigt Gewinn, doch ob er gut ist, entscheiden Sie im Vergleich mit anderen Möglichkeiten.
Kann der ROI negativ sein?
Ja, wenn die Kosten höher sind als der Ertrag. Ein negativer Wert bedeutet, dass die Investition in diesem Zeitraum Geld gekostet hat.
Wie berechne ich den ROI von Software?
Stellen Sie eingesparte Arbeitszeit, weniger Fehler und zusätzlichen Umsatz den Kosten für Lizenzen, Einführung und Schulung gegenüber. Rechnen Sie dabei über mehrere Jahre.
Stand: · Verantwortlich: Raphael Neuberger, Gründer Newmountains.IT
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