Glossar · ERP & Geschäftsprozesse
Was bedeutet Go-Live?
Kurz erklärt
Go-Live ist der Moment, in dem ein neues IT-System wie ein ERP in den echten Betrieb geht. Ab diesem Stichtag arbeiten alle Mitarbeitenden mit dem neuen System, das alte wird abgelöst.
Der Go-Live ist der Zeitpunkt, an dem ein neues System wie ein ERP-System produktiv geht, also mit echten Daten und echten Aufträgen arbeitet. Er ist der wichtigste Meilenstein jeder Einführung. Ein gut vorbereiteter Produktivstart entscheidet darüber, ob Ihr Betrieb am ersten Tag normal weiterläuft.
Wie läuft ein Go-Live ab?
Eine ERP-Einführung verläuft in mehreren Phasen. Der Produktivstart steht am Ende und baut auf allen vorherigen Schritten auf.
- Anforderungen: Abläufe aufnehmen und in einem Lastenheft festhalten.
- Einrichtung: System konfigurieren und Schnittstellen zu Shop, Bank und Buchhaltung anbinden.
- Datenübernahme: Stammdaten und offene Vorgänge aus dem Altsystem übernehmen, die sogenannte Datenmigration.
- Tests und Schulung: echte Abläufe durchspielen und Mitarbeitende schulen.
- Produktivstart: Umschalten auf das neue System.
- Nachbetreuung: intensive Begleitung in den ersten Wochen.
Microsoft nennt in seinem Leitfaden für Dynamics 365 als Voraussetzungen für den Go-Live unter anderem abgeschlossene Tests, einen Datenmigrationsplan und einen freigegebenen Umstellungsplan. Dazu kommen abgeschlossene Schulungen und ein Supportplan für den Betrieb.
Stichtag und Cutover
Der Stichtag ist der Tag, ab dem das neue System führend ist. Häufig bietet sich ein Monats- oder Jahresanfang an, weil sich Buchhaltung und Bestände dann sauber abgrenzen lassen. Eine Inventur oder ein geprüfter Bestandsabgleich sorgt dafür, dass die Startbestände im neuen System stimmen.
Der eigentliche Wechsel heißt Cutover (Umstellung). Dabei werden die letzten Bestände und offenen Posten übertragen, das Altsystem gesperrt und das neue freigegeben.
Microsoft beschreibt den Cutover als kurzes Zeitfenster, in dem weder das alte noch das neue System genutzt werden kann. Oft wird er deshalb auf ein Wochenende gelegt.
Testlauf und Go/No-Go-Entscheidung
Vor dem echten Wechsel sollte der Ablauf mindestens einmal geprobt werden. Microsoft nennt das Mock Cutover oder Generalprobe: Der Umstellungsplan wird in einer Testumgebung mit denselben Daten, Werkzeugen und Personen durchgespielt.
- Stimmen die übernommenen Bestände und Salden?
- Funktionieren Shop-Anbindung, Bankabgleich und Rechnungsversand?
- Wie lange dauert die Übernahme tatsächlich?
- Kennen alle Beteiligten ihre Aufgaben im Umstellungsplan?
Kurz vor dem Start fällt die Go/No-Go-Entscheidung. Dabei prüfen die Verantwortlichen anhand vorher festgelegter Kriterien, ob das System bereit ist oder der Termin verschoben wird.
Hypercare und Fallback
Nach dem Go-Live folgt die Hypercare, eine kurze Phase mit besonders intensiver Betreuung. Fragen und Fehler werden sofort bearbeitet, damit sich niemand an Umwege gewöhnt. Feste Ansprechpartner und kurze tägliche Abstimmungen helfen, wiederkehrende Probleme früh zu erkennen.
Legen Sie vorab fest, wann diese Phase endet. Microsoft empfiehlt klare Ausstiegskriterien, etwa keine kritischen Fehler mehr und stabil laufende Kernabläufe.
Ebenso wichtig ist ein Fallback (Rückfallplan). Er beschreibt, wie Sie im Notfall zum Altsystem zurückkehren, und gehört laut Microsoft in jeden Umstellungsplan.
Was bedeutet der Go-Live für Ihr Unternehmen?
Für die Geschäftsführung ist der Go-Live vor allem eine Frage von Planung und verfügbaren Menschen. In den Tagen rund um den Stichtag brauchen Sie Schlüsselpersonen aus Lager, Vertrieb und Buchhaltung.
- Nutzen: Ein sauberer Start schafft Vertrauen ins neue System und verkürzt die Umgewöhnung.
- Risiken: Lieferverzug, falsche Bestände oder fehlende Rechnungen, wenn Tests oder Datenübernahme zu knapp geplant sind.
- Kostenfaktoren: Zeit der eigenen Mitarbeitenden, Schulungen und die Unterstützung durch den Dienstleister in der Hypercare.
- Entscheiden: Stichtag, Go/No-Go-Kriterien, Ansprechpartner und Rückfallplan.
- Kommunikation: Informieren Sie Kunden und Lieferanten rechtzeitig, falls es rund um den Stichtag zu Verzögerungen kommen kann.
- Typischer Fehler: Der Termin wird fest zugesagt, obwohl Tests noch offen sind. Ein verschobener Start ist meist günstiger als ein misslungener.
Einrichtung und Begleitung bis zum Produktivstart bietet unser ERP-Setup.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es bis zum Go-Live?
Das hängt von Umfang, Datenlage und Zahl der Schnittstellen ab. Seriöse Aussagen sind erst nach einer Analyse Ihrer Abläufe möglich. Planen Sie Puffer für Tests und Nachbesserungen ein.
Können altes und neues System parallel laufen?
Grundsätzlich ja, das bedeutet aber doppelte Erfassung und ständigen Abgleich. Meist ist ein klarer Stichtag mit gutem Probelauf und Rückfallplan die bessere Wahl.
Was passiert, wenn beim Go-Live etwas schiefgeht?
Kleinere Fehler werden in der Hypercare behoben. Bei schweren Problemen greift der Fallback, also die geplante Rückkehr zum Altsystem.
Stand: · Verantwortlich: Raphael Neuberger, Gründer Newmountains.IT
Aus der Praxis
Passende Lösungen zum Thema Go-Live
Leistung
ERP für KMU – Ein System für alles
ERP für KMU: Wir verbinden Ihre Prozesse mit VARIO Cloud und Microsoft Dynamics — weniger Verwaltungsaufwand. Erstgespräch kostenlos.
Zur Leistung →Im Shop
ERP-Setup
Neu-Aufbau Ihres ERP-/Warenwirtschaftssystems (VARIO/Dynamics/Wunsch) zum Festpreis – Grundinstallation, Module, Schnittstellen, Go-Live. Ab 1.900 € netto. Ohne Datenmigration (dafür ERP-Migration).
1.900,00 € – 9.800,00 €Preisspanne: 1.900,00 € bis 9.800,00 € zzgl. MwSt.
Zum Produkt →


