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Glossar · Datenschutz & Recht

Was ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag?

Kurz erklärt

Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) ist nach Art. 28 DSGVO Pflicht, wenn ein Dienstleister personenbezogene Daten im Auftrag Ihres Unternehmens verarbeitet – etwa ein Cloud-Anbieter, IT-Dienstleister oder Newsletter-Tool. Er regelt, wie der Dienstleister die Daten schützen muss und wofür er sie verwenden darf.

Auch bekannt als:AVVAV-VertragData Processing AgreementDPA

Wann brauche ich einen AVV?

Immer dann, wenn ein externer Dienstleister personenbezogene Daten nach Ihren Weisungen verarbeitet. Typische Beispiele:

  • Cloud-Dienste wie Microsoft 365, Hosting oder Cloud-Telefonanlage
  • IT-Dienstleister mit Fernzugriff auf Ihre Systeme
  • Newsletter-, CRM- und Ticket-Systeme
  • Lohnabrechnung durch externe Anbieter, Aktenvernichtung, Callcenter

Kein AVV ist in der Regel nötig bei Berufsgeheimnisträgern wie Steuerberatern oder Rechtsanwälten, die eigenverantwortlich tätig sind.

Was muss in einem AVV stehen?

Inhalt Worum es geht
Gegenstand und Dauer Welche Leistung wird erbracht, wie lange?
Art der Daten und Betroffene z. B. Kundendaten, Beschäftigtendaten
Weisungsbindung Der Dienstleister verarbeitet nur nach Ihren Vorgaben.
Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) Wie werden die Daten geschützt?
Unterauftragnehmer Welche weiteren Dienstleister sind beteiligt?
Kontroll- und Löschpflichten Prüfrechte, Rückgabe und Löschung am Vertragsende

Was passiert ohne AVV?

Fehlt ein erforderlicher AVV, ist die Datenweitergabe an den Dienstleister nicht ausreichend abgesichert. Die Datenschutzaufsicht kann Bußgelder verhängen – bei Verstößen gegen Art. 28 DSGVO bis zu 10 Mio. Euro oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes. In der Praxis fällt das oft erst bei einer Kontrolle, einem Datenleck oder einer Kundenanfrage auf.

So behalten Sie den Überblick

  1. Alle Dienstleister mit Zugriff auf personenbezogene Daten auflisten.
  2. Für jeden prüfen, ob ein AVV vorliegt – große Anbieter stellen ihn meist online bereit.
  3. Verträge zentral ablegen und im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten verknüpfen.
  4. Bei neuen Tools den AVV zur Voraussetzung für den Start machen.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Muss ich den AVV unterschreiben?

Er muss schriftlich oder in einem elektronischen Format abgeschlossen werden. Viele Cloud-Anbieter binden ihn in die Vertragsbedingungen ein, die Sie online akzeptieren.

Was ist der Unterschied zwischen AVV und TOM?

Der AVV ist der Vertrag. Die TOM (technische und organisatorische Maßnahmen) sind ein Bestandteil davon und beschreiben konkret, wie der Dienstleister die Daten schützt.

Stand: · Verantwortlich: Raphael Neuberger, Gründer Newmountains.IT

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