Glossar · IT-Sicherheit & Backup
Was ist Zero Trust?
Kurz erklärt
Zero Trust ist ein Sicherheitsprinzip nach dem Motto „Niemals vertrauen, immer prüfen“: Kein Benutzer und kein Gerät gilt automatisch als vertrauenswürdig – auch nicht im Firmennetz. Jeder Zugriff wird einzeln geprüft und nur so weit erlaubt wie nötig.
Warum das alte Modell nicht mehr reicht
Früher galt: Wer im Firmennetz ist, dem wird vertraut. Heute arbeiten Mitarbeitende im Homeoffice, Daten liegen in der Cloud, und Angreifer gelangen über gestohlene Passwörter „legal“ ins Netz. Eine Firewall am Rand des Netzwerks allein schützt deshalb kaum noch.
Die drei Grundsätze
| Grundsatz | In der Praxis |
|---|---|
| Explizit prüfen | Jede Anmeldung wird anhand von Identität, Gerät, Standort und Risiko bewertet. |
| Minimale Rechte | Jeder bekommt nur Zugriff auf das, was er für seine Arbeit braucht. |
| Von einem Angriff ausgehen | Systeme so aufbauen, dass ein kompromittiertes Konto nicht alles gefährdet. |
Zero Trust im KMU umsetzen
- Multi-Faktor-Authentifizierung für alle Konten
- Conditional Access, der Gerät und Standort prüft
- Verwaltete Geräte mit Intune und aktuellem Patchstand
- Getrennte Admin-Konten und regelmäßige Rechteprüfung
- Segmentierung des Netzwerks, z. B. Gäste-WLAN und Drucker getrennt
Zero Trust ist kein einzelnes Produkt, sondern ein schrittweiser Umbau. Mit Microsoft 365 Business Premium sind viele Bausteine bereits lizenziert.
Häufige Fragen
Ist Zero Trust nicht übertrieben für ein kleines Unternehmen?
Nein. Gerade kleine Unternehmen profitieren, weil die wichtigsten Maßnahmen – MFA, Gerätevorgaben, klare Rechte – wenig kosten und viele Angriffe verhindern.
Brauche ich dann kein VPN mehr?
Für Cloud-Dienste oft nicht. Für den Zugriff auf lokale Systeme gibt es moderne Alternativen, die jeden Zugriff einzeln prüfen statt das ganze Netz freizugeben.
Stand: · Verantwortlich: Raphael Neuberger, Gründer Newmountains.IT
Aus der Praxis
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